Montag, 08 Oktober 2018 11:42

Interkommunales Gewerbegebiet Am Oberfeld-Süd / Hochstraß

Vollzug der Baugesetze
Bebauungsplan Nr. 77 „Interkommunales Gewerbegebiet Am Oberfeld-Süd / Hochstraß“
- Erneute öffentliche Auslegung (gem. § 4a Abs. 3 BauGB)

Der Planentwurf zum Bebauungsplan Nr. 77 „Interkommunales Gewerbegebiet Am Oberfeld-Süd/ Hochstraß“ lag bereits in der Zeit vom 19.02.2018 bis einschließlich 23.03.2018 öffentlich zur Einsichtnahme aus. Ziel der Planung ist es, gemeinsam mit der Stadt Rosenheim die hochwertigen Flächen als Gewerbegebiet zu entwickeln, das insbesondere die Ansiedlung von produzierendem und verarbeitendem Gewerbe sowie Handwerk und Dienstleistung ermöglicht, um so der anhaltenden Nachfrage nach Gewerbeflächen Rechnung zu tragen. Das Verfahren zu Schaffung des interkommunalen Gewerbegebietes wird zeitgleich in der Gemeinde Raubling und der Stadt Rosenheim beraten und beschlossen. Hierzu wurde zusätzlich im Gemeindebereich von Raubling der Flächennutzungsplan im Parallelverfahren von einem Sondergebiet Holzgroßhandel in ein Gewerbegebiet geändert.

Aufgrund weiterer Konkretisierungen wurde die Planung anschließend erneut geädert. Dabei wurden die planzeichnerischen und textlichen Festsetzungen u.a. zu Nebenanlagen, Wandhöhen sowie der Ausbildung von Tiefgaragen einschließlich nicht überdachter Rampenbauwerke angepasst. Ferner wurden die Hinweise sowie Begründung einschließlich Umweltbericht um die Anregungen der eingegangenen Stellungnahmen ergänzt.

Zur besseren Veranschaulichung, dass es sich bei den Bebauungsplänen Nr. 77 und Nr. 170 um zwei rechtlich separate Bebauungspläne handelt, wurde der gemeinsame Geltungsbereich in zwei getrennte Geltungsbereiche aufgesplittet. Hierbei wurden die Nutzungsschablonen und Beschriftungen den jeweiligen Geltungsbereichen zugeordnet. In diesem Zusammenhang wurde die gemeinsame Begründung ebenfalls gesplittet und an die jeweiligen Geltungsbereiche mit Ihren Festsetzungen angepasst, sodass jeder Bebauungsplan über eine eigene Begründung jedoch mit einem gemeinsamen Umweltbericht aufweist.

Das Plangebiet liegt am nördlichen Ortsrand der Gemeinde Raubling zwischen der B 15 im Westen und der Bahnlinie Rosenheim – Kiefersfelden im Osten sowie den landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinde Raubling im Norden und dem Gewerbegebiet „Hochstraß“ im Süden. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans Nr. 77 “Interkommunales Gewerbegebiet Am Oberfeld-Süd / Hochstraß“ umfasst auf Raublinger Gebiet die Grundstücke auf der Gemarkung Pfraundorf mit den Flurnummern 877/4, 885, 885/1, 894/12, 893-Teil. Auf die abgedruckte planzeichnerische Darstellung vom 06.09.2018 wird verwiesen.

Eine Umweltprüfung wird durchgeführt. Folgende Arten umweltbezogener Informationen sind verfügbar:

Fachgutachten:
• Schalltechnische Untersuchung des Ingenieurbüro Greiner vom 09.10.2017 zur Ermittlung der Geräuschbelastung innerhalb des Bebauungsplangebietes und Ermittlung von Emissionskontingenten unter Berücksichtigung der Geräuschvorbelastung, Benennung der Anforderungen an den passiven Schallschutz
• Geotechnisches Baugrundgutachten der Dipl. Geol. F. Ohin GmbH vom 29.09.2014 mit 1. Ergänzung gleichen Datums zu den Baugrund- und Grundwasserverhältnissen im Plangebiet einschließlich Aussagen zur Regenwasserversickerung
• Untersuchung zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) des Planungsbüros Beutler vom 02.12.2015 zur Ermittlung, inwieweit durch das Vorhaben artenschutzrechtliche Verbotstatbestände erfüllt werden können sowie Prüfung der naturschutzfachlichen Voraussetzungen für eine Ausnahme von artenschutzrechtlichen Verboten.
• Verkehrsuntersuchungen Prof. Dr.- Ing. Kurzak vom 03.11.2009 mit Leistungsnachweis für die Kreuzung St 2078 und der B 15 und erneute verkehrliche Beurteilung vom 16.09.2015 aufgrund der Erweiterung des Gewerbegebietes 

Stellungnahmen im Rahmen von Behördenbeteiligungen:
• Höhere Landesplanungsbehörde, Regierung von Oberbayern vom 06.09.2016 (Beurteilung aus Sicht der Landesplanung);
• Wasserwirtschaftsamt Rosenheim vom 10.10.2016 (mögliche Starkregenereignisse und zu erwartende hohe Grundwasserstände, bestehender Baggerweiher)
• Bayer. Landesamt für Denkmalpflege vom 04.10.2016 und 16.03.2018 (Hinweis auf mögliche Bodendenkmäler)
• Deutsche Telekom Technik GmbH vom 01.09.2016 (vorhandene Telekommunikationslinien)
• Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Rosenheim vom 14.10.2016 (Anmerkungen zur Art der zu pflanzenden Bäume und zu den ökologischen Ausgleichsflächen);
• Staatliches Gesundheitsamt vom 14.10.2016 (Ausführungen hinsichtlich angrenzender Naherholungsgebiete);
• Bayerischer Bauernverband vom 11.10.2016 (Wegfall von landwirtschaftlich genutzten Flächen);
• Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Rosenheim vom 14.10.2016 (Flächennutzung und Stadtbild, Verkehr und Bebauung).
• Gemeinde Neubeuern vom 30.09.2016 (Wegfall guter landwirtschaftlicher Flächen und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes im südlichen Inntal)
• Untere Immissionsschutzbehörde vom 28.02.2018 (Hinweis auf Tagesimmissionsrichtwert und Erschütterungsemissionen)
• Untere Wasserbehörde vom 26.02.2018 (Hinweis auf erforderliche wasserrechtliche Genehmigungen)

 

Sonstige Unterlagen mit umweltbezogenen Informationen:
• Landesentwicklungsprogramm (LEP) Bayern 2013 (Zukunftskonzept der Bayerischen Staats-regierung für die räumliche Ordnung und Entwicklung Bayerns mit raumbedeutsamen Festlegungen - Ziele und Grundsätze);
• Regionalplan für die Region 18, Südostoberbayern mit Konkretisierungen der Ziele des LEP und grundsätzlichen Aussagen zu Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Raumes;
• Umweltatlas Bayern des Bayerischen Landesamtes für Umwelt – mit raum- und ortsbezogenen Umweltdaten zu Boden und Geologie (incl. Bodenschätzungskarte), Gewässer, Lärm, Naturgefahren;
• Fachinformationssystem- Natur des Bayer. Landesamtes für Umwelt mit einer Sammlung der Fachinformationen im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege (u.a. Arten- und Biotopschutz mit Biotopkartierung, Vegetation, Geologie, Wasserwirtschaft, Verkehr);
• 4. Änderung des Flächennutzungsplanes Rosenheim mit Darstellungen zur Bodennutzung und Begründung hierzu;
• Geoinformationssystem der Stadt Rosenheim mit Angaben zu den Sparten Gas, Wasser, Strom, Fernwärme, Kanal;
• Beschränkte Erlaubnis der Stadt Rosenheim vom 28.12.2016 zur Einleitung des im Bereich der Erschließungsstraße „Gewerbegebiet „Am Oberfeld““ anfallenden Niederschlagswassers;
• Auskunft des Landratsamtes Rosenheim vom 20.07.2017 zu Störfallbetrieben;
• CIMA Gutachten von 2007 und Fortschreibung Einzelhandelskonzept von 2011 mit Aussagen zur weiteren städtebaulich und sozioökonomisch verträglichen Einzelhandelsentwicklung
• Begründung mit Umweltbericht zum vorliegenden Bebauungsplanentwurf mit einer summarischen Wiedergabe der umweltbezogenen Informationen aus o.g. Unterlagen und Gutachten sowie weiteren Informationen zu den Schutzgütern Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Klima und Luft, Landschaft und Mensch sowie Aussagen zu den geplanten Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und zum Ausgleich der Eingriffe in Natur und Landschaft.

Der geänderte Planentwurf vom 06.09.2018 mit Begründung und Umweltbericht gleichen Datums die wesentlichen Gutachten sowie die nach Einschätzung der Gemeinde Raubling wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen liegen in der Zeit von

Montag, 22.10.2018 bis einschließlich Freitag, den 09.11.2018
Im Rathaus Raubling, Bahnhofstraße 31, Zimmer11, 1. Stock öffentlich zur Einsichtnahme aus.

Zu den geänderten bzw. ergänzten Planteilen können während der Auslegungsfrist von jedermann Stellungnahmen schriftlich oder während der Dienststunden (Montag bis Freitag 8-12 Uhr und Montag bis Mittwoch 14-16 Uhr, Donnerstag 14-18 Uhr) sowie nach Vereinbarung zur Niederschrift vorgebracht werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan unberücksichtigt bleiben.

Die Abgabe von Stellungnahme wird auf die geänderten bzw. ergänzten Planteile beschränkt.

Es wird darauf hingewiesen, dass ein Antrag nach § 47 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) zur Einleitung einer Normenkontrolle unzulässig ist, wenn mit ihm nur Einwendungen geltend gemacht werden, die vom Antragsteller im Rahmen der Auslegung nicht oder verspätet geltend gemacht wurden, aber hätten geltend gemacht werden können.

Raubling, 01.10.2018
GEMEINDE RAUBLING

Kalsperger
1. Bürgermeister

 

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